Die Gesamthandsgemeinschaft als innere Verbindung der Erbengemeinschaft


  • Was steckt hinter dem sperrigen Begriff der Gesamthandsgemeinschaft
  • Was darf die Gemeinschaft, was darf der Einzelne
  • Was ist der Unterschied zwischen Verfügungen und Verwaltung

Rechtsnatur der Gesamthandsgemeinschaft

Besteht nicht ein Alleinerbe, sondern hinterlässt ein Erblasser mehrere Miterben, so bilden diese qua Gesetz eine sog. Gesamthandsgemeinschaft. Hierbei handelt es sich um eine Vermögensgemeinschaft ohne eigene Rechtspersönlichkeit, d.h. im Gegensatz zu einer juristischen Person (z.B. GmbH) kann die Gemeinschaft nicht Träger von Rechten und Pflichten sein. Verpflichtet werden hier immer die hinter der Gemeinschaft stehenden natürlichen Personen. Neben der Erbengemeinschaft kennt das BGB noch die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, §§ 705 ff BGB, sowie die eheliche Gütergemeinschaft (§§ 1416 ff BGB und §§ 1485 ff BGB) als weitere Gesamthandsgemeinschaften.

GesamthandsgemeinschaftGratis-eBook "Die Erbengemeinschaft - In 9 Schritten zur Auseinandersetzung"
Mein Name ist Dr. Stephan Seitz und ich betreibe HEREDITAS. Starten Sie direkt durch und holen Sie sich mein Gratis-eBook "Die Erbengemeinschaft - In 9 Schritten zur Auseinandersetzung". Kompakt und auf den Punkt stelle ich dar, wie Sie endlich aus der Erbengemeinschaft ausscheiden können. Alles was Sie als Miterbe wissen sollten: einfach und übersichtlich in 9 Schritten.

 

Jetzt gratis e-book downloaden!

Verfügungen über Erbschaftsgegenstände

Wesentliches Merkmal der Gesamthandsgemeinschaft ist, dass die Mitglieder, die sog. Gesamthänder, nicht über die einzelnen Inhalte verfügen können, also beispielsweise ein in der Erbengemeinschaft befindliches Grundstück nicht einfach verkaufen können. Vielmehr können hier alle nur gemeinsam, in diesem Fall sogar nur einstimmig, agieren. Denn rechtlich gesehen ist die Gemeinschaft Eigentümer des Grundstücks. Auch kann der einzelne Gesamthänder nicht über seinen Anteil an diesem Grundstück verfügen. Davon abzugrenzen ist allerdings eine Verfügung über den Anteil an der Gesamthandsgemeinschaft, also den Erbteil. Diesen hingegen kann der Erbe tatsächlich verkaufen.

Verwaltung des Nachlasses

Neben Verfügungen über den Nachlass kommt auf die Gemeinschaft auch die Verwaltung des gemeinsamen Nachlasses zu. Auch diese nehmen die Erben zusammen wahr, § 2038 (1) 1 BGB. Das bedeutet insbesondere, dass jeder Miterbe verpflichtet ist, an Maßnahmen mitzuwirken die zur ordnungsgemäßen Verwaltung erforderlich sind. Der Begriff der Verwaltung wird vom Gesetzgeber weit gefasst. Hierunter fallen nicht nur Maßnahmen zur Erhaltung der Erbmasse. Die Verwaltung umfasst auch die Mehrung derselbigen. Im Gegensatz zur Verfügung allerdings müssen Maßnahmen zur Verwaltung nicht einstimmig erfolgen. Hier reicht das Mehrheitsprinzip, wobei die Stimmanteile sich nach der Höhe des Anteils an der Gemeinschaft bestimmen. Ausgenommen hiervon sind notwendige Erhaltungsmaßnahmen. Hier kann ein einzelner Erbe auch alleine handeln.

Zusammengefasst: Verfügungen, also z.B. den Verkauf eines Nachlassgegenstandes, können alle Miterben nur einstimmig vornehmen. Verwaltungsmaßnahmen werden nach dem Mehrheitsprinzip vorgenommen, notwendige Erhaltungsmaßnahmen kann ein Erbe sogar alleine vornehmen.

Details zu Verwaltungsmaßnahmen finden Sie hier.

Auflösung der Gemeinschaft

Die Gesamthandsgemeinschaft endet mit ihrer Auflösung im Wege der Auseinandersetzung. Diese kann von jedem Miterben grundsätzlich jederzeit verlangt werden, sofern nicht ein Ausschluss oder Aufschub in Betracht kommen. Details hierzu finden Sie auf unserer Seite Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft.