Auflösung der Erbengemeinschaft: 3 mögliche Wege


  • Ziel der Erbengemeinschaft ist deren Auflösung, die sog. Auseinandersetzung
  • Voraussetzung für die Auseinandersetzung ist die Teilungsreife, insbesondere müssen die Nachlassverbindlichkeiten befriedigt sein.
  • Die drei Wege zum Ausscheiden: Aufteilung, Verkauf oder Abschichtung

Im Grundsatz: Auflösung ist das Ziel der Erbengemeinschaft

Die Erbengemeinschaft ist eine Zwangsgemeinschaft, man kann sich nicht aussuchen, mit wem zusammen man erbt. Dazu kommt, dass die gesetzlichen Regelungen zur Verwaltung der Erbengemeinschaft nicht gerade förderlich sind, um ein harmonisches Miteinander zu haben. Letztlich ist das aber auch nur sekundär, denn die Erbengemeinschaft ist explizit auf Auflösung, sog. Auseinandersetzung, gerichtet. Diese Auseinandersetzung kann von jedem Erben jederzeit (mit einigen wenigen Einschränkungen) verlangt werden, § 2042 Abs. 1 BGB.

Das eigene Ausscheiden aus der Erbengemeinschaft kann über folgende drei Möglichkeiten erfolgen:

  • Aufteilung der Erbmasse unter den Miterben, entweder entsprechend der Teilungsanordnung des Erblassers, nach den gesetzlichen Bestimmungen oder durch einen Erbauseinandersetzungsvertrag zwischen allen Erben. Als Sonderfälle sind in diesem Zusammenhang auch die Themen Erbauseinandersetzungsklage, Testamentsvollstrecker und Teilungsversteigerung zu beachten. Es sei gleich an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass für die Aufteilung der Erbmasse regelmäßig Einstimmigkeit unter den Miterben herrschen muss. Die Auseinandersetzung zu erzwingen, ist in der Praxis so gut wie nicht möglich.
  • Verkauf des Erbteils: schlicht und einfach, wie der Name schon sagt.
  • Die sog. Abschichtung und Anwachsung, d.h. das sukzessive „Auszahlen“ einzelner Erben.

Als Auseinandersetzung im engeren Sinn ist nur die Aufteilung der Erbmasse zu bezeichnen. Die anderen beiden Varianten hingegen sind Mittel und Wege, die es dem einzelnen Erben ermöglichen, die Erbengemeinschaft zu verlassen ohne dass diese dabei aufgelöst wird.

Der klassische Weg: Aufteilung unter den Miterben

Die Ideallösung: alle Miterben finden eine Einigung und verteilen die Gegenstände des Nachlasses. Dieses Vorgehen ist immer dann möglich, wenn der Nachlass die sog. „Teilungsreife“ erreicht hat.

Besonders wünschenswert wäre, wenn sich alle an einen Tisch setzen und gemeinsam vereinbaren was jeder bekommen soll. Maßstab für die Verteilung sind die Verfügungen des Erblassers. Denn ganz wichtig: zwar bestimmt der Erblasser mit dem Testament, wer Erbe wird und wer was bekommen soll. Sind sich aber alle Erben einig, dass sie davon abweichen wollen, dann können sie sich damit über die Verfügungen des Erblassers hinwegsetzen. Anschließend vereinbaren sie einen Erbauseinandersetzungsvertrag, in dem geregelt wird, wie der Nachlass zwischen den Miterben aufgeteilt wird. Sehen Sie sich auf unseren Seiten ein Beispiel für einen Auseinandersetzungsvertrag an.

Sind die Erben sich nicht einig und kann auch keine Einigkeit erreicht werden, so greifen die gesetzlichen Regelungen zur Verteilung des Nachlasses. Diese setzen vor allem daran an, dass alle Nachlassgegenstände ohne Wertverlust teilbar gemacht sind. Insbesondere müssen damit alle Grundstücke, Immobilien und vermögenden Gegenstände in Geld überführt werden.

Problem: Sind sich die Erben über die Teilung schon nicht einig, so werden sie sich meist auch nicht über den Verkauf einzelner Nachlassgegenstände einig werden. Daher führt dies in der Regel über den unschönen Weg der Teilungsversteigerung, auch unter dem Begriff der Zwangsversteigerung bekannt.

Geht der Konflikt noch einen Schritt weiter, so wird für die Aufteilung des Nachlasses eine Erbauseinandersetzungsklage erforderlich.

Die Auseinandersetzung

 

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Immer möglich: Verkauf Ihres Erbteils

Vielleicht nicht das Erste, was Sie im Kopf haben. Aber als Miterbe können Sie jederzeit ihren Erbteil an einen weiteren Miterben oder an einen Dritten verkaufen. Als Folge dessen bekommen Sie unmittelbar einen finanziellen Gegenwert ausbezahlt und müssen sich nicht weiter mit der Verwaltung und Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft beschäftigen. Detailfragen dazu haben wir auf nachfolgende Seite ausgegliedert.

Erbteil verkaufen

 

Dritte Möglichkeit: „Abschichtung und Anwachsung“

Ein Sonderfall der Erbauseinandersetzung. Dieser ist zwar gesetzlich nicht vorgesehen, mittlerweile aber gerichtlich anerkannt und damit problemlos machbar.

Letztlich geht es darum, dass nicht alle Miterben die Erbengemeinschaft zusammen auflösen, sondern dass ein oder mehrere Miterben ihren Anteil an der Gemeinschaft gegen Zahlung einer Abfindung aufgeben. Hierdurch fällt deren Anteil an der Erbengemeinschaft den übrigen Miterben zu und sie selbst sind damit aus der Erbengemeinschaft ausgeschieden.

Für die Umsetzung bedarf es lediglich einer Vereinbarung mit den übrigen Miterben. Formvorschriften gibt es nur in speziellen Fällen, etwas wenn Immobilien oder GmbH-Anteile Inhalt der Erbengemeinschaft sind. Unabhängig davon bietet es sich aber aus Beweisgründen immer an,  die Abschichtung notariell beurkunden zu lassen.

Abschichtung & Anwachsung