Erbengemeinschaft

Praxistips für Erben

Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt durchführen, gerade wenn es sich mehrere Miterben – und damit eine sog. Erbengemeinschaft – handelt. Nachfolgend finden Sie wichtige Hinweise, wie Sie sich als Erbe in der Praxis verhalten können.

Erbmediation

Wir Menschen sind eigenwillige Wesen. Selbst wenn es darum geht, mit anderen etwas zu teilen, zeigen wir oft Vorbehalte und glauben, zu kurz zu kommen. Erbengemeinschaften sind dafür ein beredtes Beispiel. Als Zwangsgemeinschaft sind sie auf die Auseinandersetzung des Nachlasses ausgerichtet. Da die Auseinandersetzung im gegenseitigen Einvernehmen erfolgen muss, kann die Verteilung der Nachlasswerte durch einen einzelnen Erben blockiert werden. Lösungsansätze bietet die Erbmediation eines dafür kompetenten Mediators. Möchten Sie diese Vorteile nutzen, sollten Sie wissen, nach welchen Regeln ein solches Mediationsverfahren verläuft. Streitigkeiten innerhalb von Erbengemeinschaften haben oft emotionale Hintergründe. Werden diese mithilfe eines Mediators offenbar, zeigen sich oft ungeahnte Lösungsansätze. Mediation allgemein und insbesondere die Erbmediation ist nach der Definition des § 1 Mediationsgesetz ein „vertrauliches und strukturiertes Verfahren, in dem die Beteiligten Miterben mithilfe eines Mediators freiwillig und eigenverantwortlich die einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben“. Der Mediator ist eine neutrale Person, die über die für die Aufgabe notwendige fachliche und intellektuelle Kompetenz verfügen [...]

Erbengemeinschaft: Verbindlichkeiten von Miterben einfordern

Wer Miterbe in einer Erbengemeinschaft wird, trägt Verantwortung. Diese Verantwortung zeigt sich mithin darin, dass der Miterbe auch gegenüber der Erbengemeinschaft für Verbindlichkeiten geradestehen muss. Der Nachlass wird Sondervermögen und ist vom privaten Eigenvermögen des Miterben strikt zu trennen. Mit dem Erbfall wird der Nachlass Sondervermögen der Erbengemeinschaft. Vom Sondervermögen ist das Privatvermögen des einzelnen Miterben zu trennen. Beides darf nicht vermengt werden. Zweck des Sondervermögens ist es, den Nachlass möglichst vollständig zu erhalten oder zu vervollständigen, um eventuelle Verbindlichkeiten von Nachlassgläubigern zu bedienen. Hat eine Erbengemeinschaft Ansprüche gegen einen Miterben, kann der Miterbe die Forderung nicht ohne Weiteres mit seinem Erbanteil verrechnen. Jeder Miterbe ist eigenständig berechtigt, Verbindlichkeiten gegen einen anderen Miterben einzutreiben und notfalls gerichtlich einzuklagen. Um was geht es: Typischer Fall Der Erblasser hatte dem Miterben A zu Lebzeiten ein Darlehen über 10.000 € gewährt. Nach Eintritt des Erbfalls verlangt die Erbengemeinschaft, bestehend aus A, B und C, dass Miterbe A [...]

Erbrecht: Einführung für Erbengemeinschaften in München

Wer diese Welt verlässt, nimmt nichts mit. In schätzungsweise 20 Prozent der Fälle hinterlässt der Verstorbene ein Testament und regelt die Erbfolge nach seinen Wünschen. Gibt es kein Testament, bestimmt die gesetzliche Erbfolge, wer erbt. Wenn Sie glauben, mit dem Tod sei alles vorbei, werden Sie staunen, welch eine Vielzahl von Aspekten mit dem Ableben eines Menschen verbunden sind. Diese Erkenntnis ist nicht das Ergebnis juristischer Gedankengänge, sondern keimt aus der Wirklichkeit, die Leben und Tod bereithalten. Mit dieser Website greife ich ein alltägliches Problem von Erben auf. Möchten Sie schnellstmöglich über Liquidität verfügen oder sich emotionaler oder zeitaufwendiger Auseinandersetzungen in einer Erbengemeinschaft entledigen, biete ich Ihnen mit der Möglichkeit des Verkaufs Ihres Erbteils oder Ihrer Erbschaft eine komfortable Lösung. Im Rahmen dieses Beitrags biete ich Ihnen eine Einführung ins Erbrecht, beispielhaft für einen Erbfall in München. Grundprinzipien des Erbrechts Testierfreiheit: Jeder Mensch hat das Recht, durch eine Verfügung von Todes wegen zu bestimmen, was [...]

Erbenermittler: Miterben suchen und finden

Ist ein Erbfall nach der gesetzlichen Erbfolge abzuwickeln, muss das Nachlassgericht bei begründetem Anlass alle in Betracht kommenden Erben ermitteln. Es bestellt dazu meist einen Nachlasspfleger, der wiederum einen Erbenermittler mit der Ermittlung potentieller Erben beauftragen kann. Gleichfalls kann auch ein vom Erblasser bestimmter Testamentsvollstrecker oder ein bereits bekannter Erbe selbst nach weiteren Erben suchen lassen. Erbenermittlung ist kein konkretes Berufsbild. Es erfordert keine Ausbildung, setzt aber eine gewisse Kompetenz in den für die Erbenermittlung maßgeblichen Wissensgebieten voraus. Erbenermittler werden nach Stundensätzen, fest vereinbarten Honoraren oder nur im Erfolgsfall honoriert. Vorkasseleistungen sind unüblich. Neben der Ermittlung potentieller Erben kommt auch die Ermittlung vermuteter Vermögenswerte des Erblassers in Betracht. Es gibt keine Erbschaft ohne Erben. Ist der Aufenthaltsort eines Erben nicht bekannt oder ist unklar, ob es überhaupt noch erbberechtigte Personen gibt, kann der Nachlass eines Erblassers oft nicht oder nur verzögert auseinandergesetzt werden. In solchen Fällen können Erbenermittler wertvolle Hilfe leisten. Allerdings gibt es [...]

Was steckt im Nachlass? So ermitteln Sie den Inhalt der Erbschaft!

Der Erbe wird Rechtsnachfolger des Erblassers. Er kann Einsicht in sämtliche Unterlagen des Erblassers nehmen. Er hat Anspruch auf Auskunft gegen und Information durch Dritte, die mit dem Erblasser in Verbindung standen und ihm zur Auskunft und Information verpflichtet gewesen wären. Als Informationsquellen kommen das Nachlassgericht wegen eines Testaments oder Erbvertrags, Grundbuchamt, Handelsregister oder Finanzamt in Betracht. Weitere Informationsquellen sind insbesondere Banken, Arbeitgeber, Versicherungen oder Gesellschaften, bei denen der Erblasser beteiligt war und jeder, der dem Erblasser vertraglich oder aus sonstigen Gründen in anderer Art und Weise gegenüber verpflichtet war. Hat ein Mensch diese Welt verlassen, gilt es für die Erben, über die Trauer hinaus den Inhalt des Nachlasses zu ermitteln. Manch einer träumt vom dicken Bankkonto und verborgenen Schätzen und macht sich, oft ohne Wissen der anderen Erben, im Haushalt des verstorbenen Erblassers auf die Suche. Das scheinbar Unbekannte hat eben seinen Reiz. Zum Inhalt des Nachlasses gehören aber nicht nur Vermögenswerte, sondern [...]

Nutzung von Nachlassgegenständen in der Erbengemeinschaft

Erben mehrere Personen, so bilden sie eine Erbengemeinschaft. In Folge dessen kann kein Miterbe einen Nachlassgegenstand für sich alleine in Anspruch nehmen - weder als Alleinbesitzer noch zur exklusiven Nutzung Vielmehr setzt die Nutzung in der Regel einen Mehrheitsbeschluss der Erbengemeinschaft voraus Nutzt ein Miterbe trotzdem, so können die übrigen Erben Ansprüche auf Unterlassung, ggf. Nutzungsersatz, erheben In einer Erbengemeinschaft verwalten die Erben das Erbe gemeinsam. Die Gemeinschaft der Erben ist bis zur Auseinandersetzung des Nachlasses auch gemeinschaftlich Eigentümer desselben. Juristisch spricht man von einer sogenannten Gesamthandsgemeinschaft, denn es sind noch keine bestimmten Teile des Erbes einzeln auf die Erben aufgeteilt. Etwas Anderes würde nur dann gelten, wenn der Erblasser in seinem letzten Willen bestimmte Verfügungen über einzelnen Gegenstände etwa durch Vermächtnis getroffen hätte. Die Gesamthandsgemeinschaft verpflichtet die Erben zu gemeinsamem Handeln, sie können nur gemeinschaftlich über das Erbe verfügen. Grundsätzlich hat so jeder Miterbe innerhalb der Erbengemeinschaft kein Recht, die Nutzung eines bestimmten Nachlassengegenstandes [...]

Haftung in einer Erbengemeinschaft: In welchem Umfang hafte ich als Miterbe?

Der Erbe tritt mit Erbanfall in die Position des Erblassers ein. Neben Vermögensgegenständen übernimmt er damit auch die Schulden Zum Schutz des Erben gibt es allerdings mehrere Möglichkeiten, wie die Haftung trotzdem beschränkt werden kann. Hierbei kommt es vor allem darauf an, in welchem zeitlichen Stadium sich die Erbschaft befindet. Erben ist nicht immer einfach, denn eine Erbschaft bedeutet nicht zwangsläufig, ein Haus, ein Auto oder Vermögen zu erben. Manchmal sind mit einer Erbschaft auch Nachlassverbindlichkeiten verbunden. Ganz abgesehen von den erbrechtlichen Auseinandersetzungen, die sich um eine Erbschaft ranken, wenn der Erblasser keine zweifelsfreien Regelungen getroffen hat. Das gilt insbesondere dann, wenn mehrere Erben gemeinschaftlich erben und sich in einer Erbengemeinschaft wiederfinden. Manchmal ziehen nicht alle an einem Strang oder zumindest nicht in dieselbe Richtung. Dann kann es zu Schwierigkeiten kommen. Welche Schwierigkeiten das sind, was gemeinschaftlich erben bedeutet, welche Rechte und Pflichten für die Miterben damit verbunden sind und welche haftungsrechtlichen Konstellationen sich ergeben [...]

Gesetzliche und gewillkürte Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge ist der Regelfall. Sie tritt ein, wenn der Erblasser keine letztwillige Verfügung von Todes wegen verfasst hat. Deshalb stirbt niemand ohne Erben. Jeder Mensch, der testtierfähig und damit im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, kann eine letztwillige Verfügung verfassen und damit die gesetzliche Erbfolge nach seinen Vorstellungen abändern. Eine letztwillige Verfügung bietet eine Reihe von Optionen, mit denen der Erblasser Anordnungen im Hinblick auf seinen Nachlass treffen kann (z.B. Vermächtnis, Teilungsanordnung, Testamentsvollstreckung). Vielleicht ist es ein Ausgleich dafür, dass man nichts ins Jenseits mitnehmen kann.  Alles, was ein Mensch auf Erden hinterlässt, wird vererbt und findet einen neuen Besitzer. Dafür sorgt die Erbfolge. Ob die Erbfolge auf gesetzlichen oder gewillkürten Wegen eintritt, hat jeder Erblasser selbst in der Hand. Die Unterschiede sollten Sie als potentieller Erblasser jedenfalls kennen. Sind Sie Erbe, sollten Sie wissen, nach welchen Regeln Ihre Erbschaft verläuft. Am Anfang steht Grundsätzliches Wenn von der gesetzlichen und der [...]

Alleinerbe vs. Erbengemeinschaft: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Alleinerbe wird derjenige, der als gesetzlicher Erbe keine gleichrangigen gesetzlichen Erben neben sich hat oder durch den Erblasser in einer letztwilligen Verfügung als Alleinerbe bestimmt wurde. Erbengemeinschaften entstehen dadurch, dass mehrere gesetzliche Erben nebeneinander zur Erbfolge berufen sind oder dadurch, dass der Erblasser mehrere Personen in einer letztwilligen Verfügung als Erben bestimmt hat. Alleinerben entscheiden allein über den Nachlass. Erben in der Erbengemeinschaft entscheiden grundsätzlich gemeinschaftlich. Entscheidungen in der Erbengemeinschaft können ausnahmsweise mit Stimmenmehrheit getroffen werden, sofern  die ordnungsgemäße Verwaltung des  Nachlasses eine bestimmte Maßnahme gebietet. Wer stirbt, stirbt allein. Wer erbt, erbt oft mit anderen zusammen. Der Alleinerbe ist in einer eher komfortablen Situation, da er sich mit anderen Miterben nicht auseinandersetzen muss und alleine über den Nachlass entscheidet. Erben hingegen mehrere Hinterbliebene gemeinsam, bilden sie eine Erbengemeinschaft, in der keiner ohne den anderen über den Nachlass verfügen kann. Je nachdem, ob jemand als Alleinerbe oder in Erbengemeinschaft erbt, ergeben sich eine Reihe [...]

Die ersten Schritte als Erbe

Stellen Sie fest, ob Sie tatsächlich Erbe sind. Gibt es mehrere Erben, bilden Sie eine Erbengemeinschaft. Keiner kann ohne den anderen handeln oder über Nachlasswerte verfügen. Benachrichtigen Sie alle Personen und Institutionen, in deren Beziehung zum Erblasser es um finanzielle Aspekte geht. Überlegen Sie, ob Sie die Erbschaft annehmen oder darauf verzichten. Machen Sie eine Bestandsaufnahme. Sie haben dafür sechs Wochen Zeit. Sind die Nachlasswerte unklar oder fühlen Sie sich in der Abwicklung des Nachlasses überfordert, ziehen Sie die Möglichkeit der Nachlassverwaltung oder der Nachlassinsolvenz in Betracht. Sie bleiben dann Erbe, beschränken Ihre persönliche Haftung aber auf den Nachlass. 10 hilfreiche Tipps für den Erbfall Wer einen Angehörigen verliert, trauert. Doch das Leben geht weiter. Derjenige, der als Erbe in Betracht kommt, muss sich der Verantwortung stellen, die er als Rechtsnachfolger des verstorbenen Angehörigen übernimmt. Fehleinschätzungen haben oft vermeidbare Konsequenzen. Bereits die ersten Schritte bestimmen, ob die Übernahme des Nachlasses Vorteile oder Nachteile mit [...]

  • Aktuelle Rechtsprechung zur Erbengemeinschaft
    Rechtsprechung und Urteile zur Erbengemeinschaft Das Erbrecht im Allgemeinen und die Erbengemeinschaft im Besonderen sind laufend von der aktuellen Entwicklung der Rechtsprechung betroffen: Pflichten der Miterben, Rechte im Rahmen der Verwaltung des gemeinsamen Nachlasses, Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und zum Erbteilsverkauf... Zu all diesen Themen lesen Sie hier regelmäßig ein Update [... mehr lesen]
  • Erbengemeinschaft auflösen
    Die Die Erbengemeinschaft stellt eine Zwangsgemeinschaft dar, die explizit auf Auflösung gerichtet ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1) Die Miterben schließen eine Auseinandersetzungsvereinbarung in der die Verteilung des Nachlasses geregelt wird; 2) Alle Erbanteile werden auf einen der Miterben oder einen Dritten vereinigt, in der Regel durch einen Verkauf der [... mehr lesen]
  • Infografiken zur Erbengemeinschaft
    Rechtliche Aspekte sind kompliziert, Erbrecht ganz besonders. Über meine Infografiken haben Sie die Möglichkeit sich dem Thema Erbrecht und Erbengemeinschaft einfach zu nähern. Was ist eine Erbengemeinschaft? Wie komme ich da rein, wie komme ich da raus? Was kann ich mit meinem Erbteil machen? All diese Fragen beantworte ich [... mehr lesen]
  • Praxistips für Erben
    Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt [... mehr lesen]
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