Erbengemeinschaft

Die Erbengemeinschaft auflösen

Die Erbengemeinschaft stellt eine Zwangsgemeinschaft dar, die explizit auf Auflösung gerichtet ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1) Die Miterben schließen eine Auseinandersetzungsvereinbarung in der die Verteilung des Nachlasses geregelt wird; 2) Alle Erbanteile werden auf einen der Miterben oder einen Dritten vereinigt, in der Regel durch einen Verkauf der Erbanteile; 3) Miterben scheiden durch „Auszahlung“ ihres Erbanteils aus, sog. Abschichtung und Anwachsung.
 
Lesen Sie in dieser Blog-Kategorie verschiedene Situationen aus der erbrechtlichen Praxis, wie die Erbengemeinschaft aufgelöst werden kann.

Erbschaft verlassen

Wer erbt, freut sich. Sollte man meinen. Doch nicht jede Erbschaft ist willkommen. Niemand ist gezwungen, Erbe bleiben zu müssen. Es kann vielfältige Gründe geben, eine Erbschaft nicht annehmen zu wollen. Immerhin wird der Erbe Rechtsnachfolger des Erblassers und übernimmt zwangsläufig, ob er will oder nicht, alle Rechte und Pflichten, die in der Person des Erblassers begründet waren. Nicht jeder Erbe möchte in diese Rolle hineinwachsen und überlegt, wie er die Erbschaft verlassen kann. Dafür gibt es vielfältige Wege. Letztlich kommt es aber immer auf die Umstände im Einzelfall an. Das Ziel bestimmt insofern den Weg. Erben können die Erbschaft innerhalb von sechs Wochen nach dem Erbfall und Kenntnis davon durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht oder einem Notar ausschlagen. Erbengemeinschaften können eine Auseinandersetzungsvereinbarung treffen und den Nachlass unter sich aufteilen. Bei der Abschichtung kann ein Miterbe gegen Zahlung einer Abfindung auf seinen Erbanteil verzichten. Der Verzicht auf die Erbschaft an sich ist nur vor dem Erbfall [...]

Wert des Nachlasses ermitteln: Was ist die Erbengemeinschaft wert?

Steht eine Erbschaft ins Haus, hat mancher Erbe die „Dollarzeichen“ im Auge. Die Tatsache, dass der Erblasser in einer Villa mit sechs Zimmern wohnte und einen Lamborghini 345Si in der Garage stehen hat, sagt noch längst nichts darüber aus, wie der Nachlass zu bewerten ist. Denn: Was viele übersehen, sind die Verbindlichkeiten. Auch diese gehören zum Nachlass und bestimmen darüber, ob der Nachlass werthaltig oder überschuldet ist. Ziehen Sie Bilanz Die Trauer ehrt jeden Hinterbliebenen. Dennoch sollten Sie als Erbe im Kopf haben, dass Sie innerhalb einer Frist von gerade einmal sechs Wochen entscheiden müssen, ob Sie den Nachlass annehmen oder ausschlagen. Um diese Entscheidung vorzubereiten, muss möglichst frühzeitig eine Bestandsaufnahme des Nachlasses erfolgen. Es ist festzustellen, welche Vermögenswerte vorhanden sind und welche Verbindlichkeiten bestehen. Zu den Verbindlichkeiten gehören alle finanziellen Verpflichtungen, die in der Person des Erblassers begründet waren aber auch diejenigen, die aus Anlass des Ablebens des Erblassers entstanden sind. Sie müssen alle aus [...]

Grundstücke und Immobilien in der Erbengemeinschaft

Gehören Grundstücke oder Immobilien zum Nachlass, müssen die Erben in einer Erbengemeinschaft entscheiden, wie sie damit umgehen wollen. Die Handlungsoptionen sind vielfältig. Es ist in Erbengemeinschaften keine Seltenheit, dass an sich werthaltige Immobilien allein wegen gegenseitiger Animositäten der Erben untereinander in den Ruin getrieben werden. Gehört zum Nachlass eine Immobilie, werden die Erben als neue Eigentümer „in Erbengemeinschaft“ im Grundbuch eingetragen. Die Verwaltung einer Immobilie muss einvernehmlich erfolgen. Mehrheitsentscheidungen kommen nur bei Maßnahmen ordnungsgemäßer Verwaltung und Alleinentscheidungen allenfalls in Notfällen in Betracht. Soll die Immobilie verwertet werden, lässt sich erfahrungsgemäß nur durch den freihändigen Verkauf der bestmögliche Verkaufserlös erzielen. Sollte im Notfall nur die Teilungsversteigerung verbleiben, ist mit erheblichen finanziellen Verlusten zu rechnen. Eine Handlungsalternative kann darin bestehen, den Erbanteil an einen interessierten Dritten zu verkaufen. Wer ist Eigentümer? Eigentümer der Immobilie wird die Erbengemeinschaft, in der jeder Miterbe anteilmäßig beteiligt ist. Die Erben werden als neue Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Der Nachweis der Erbfolge [...]

Nachlass als Sondervermögen der Erbengemeinschaft

Erbschaften erweisen sich über die Trauer hinweg für manchen Erben auch als Glücksfall. Sie öffnen die Tür zu neuen Perspektiven. Dass der Nachlass aber nicht ohne Weiteres zur freien Verfügbarkeit der Erben steht, wird dabei gerne übersehen. Als Sondervermögen unterliegt der Nachlass einem besonderen Augenmerk. Die Frage ist, was bedeutet Sondervermögen? Der Nachlass ist Sondervermögen der Erbengemeinschaft. Er ist damit vom Privatvermögen der Miterben zu trennen. Zweck ist es vornehmlich, den Nachlass als Sondervermögen deshalb zu erhalten, um eventuelle Nachlassverbindlichkeiten gegenüber Gläubigern zu bedienen. Als Sondervermögen unterliegt der Nachlass der Auseinandersetzung. Jeder Miterbe kann jederzeit verlangen, dass der Nachlass aufgelöst wird. Alternativ kann der Miterbe seinen Erbanteil auch verkaufen und sich damit insbesondere eine streitige, stressige und zeitraubende Auseinandersetzung ersparen. Vorweg: Um was geht es? Hinterlässt der Erblasser mehrere Erben, bildet die Mehrheit der Erben eine Erbengemeinschaft. Erbengemeinschaften sind im Lebensalltag die Regel, der Alleinerbe ist eher die Ausnahme. Fällt der Nachlass einer Erbengemeinschaft [...]

Erbteil verkaufen oder Teilungsversteigerung einleiten?

Erbengemeinschaften haben keine Ewigkeitsgarantie. Gehört eine Immobilie zum Nachlass, wird sie im günstigsten Fall einvernehmlich freihändig verkauft. Scheitert ein Verkauf, sollte die Teilungsversteigerung Ultima Ratio sein. Eine bessere Alternative ist dann allemal der Verkauf des Erbteils. Eine Teilungsversteigerung ist ein Sonderfall der normalen Immobilienzwangsversteigerung. Sie führt erfahrungsgemäß zu einem weitaus geringeren Erlös als der freihändige Verkauf. Das Teilungsversteigerungsverfahren ist mit vielen Unsicherheiten und komplexen Rechtsvorschriften behaftet. Je nachdem, wie sie genutzt werden, verzögern sie das Verfahren erheblich. Entscheidungen in der Erbengemeinschaft können ausnahmsweise mit Stimmenmehrheit getroffen werden, sofern die ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses eine bestimmte Maßnahme gebietet. Welche Optionen bestehen? Erbengemeinschaften sind Zwangsgemeinschaften. Ein Miterbe hat drei Möglichkeiten, sich seiner Zwangsmitgliedschaft zu entledigen. Er kann seinen Erbteil verkaufen, gegen Abstandszahlung seinen Erbteil aufgeben (Abschichtung) oder darauf bestehen, dass das Nachlassvermögen, soweit es nicht aus Bargeld besteht, zu Geld gemacht wird. Nicht teilbare Gegenstände (z.B. KFZ) sind durch Pfandverkauf, Grundstücke und Immobilien durch das [...]

Erbauseinandersetzung – Probleme, Risiken, Lösungen

Soll der Nachlass auseinandergesetzt werden, haben die Erben zunächst eventuelle Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern des Erblassers zu bedienen. Sie können Nachlasswerte verkaufen oder untereinander aufteilen. Will sich ein Miterbe nicht auf Streitigkeiten einlassen, kann er seinen Erbanteil auch verkaufen. Ist eine Verständigung unter den Erben nicht möglich, kann mithilfe eines Mediators oder durch Vermittlung eines Notars außergerichtlich eine Einigung herbeigeführt werden. Ist eine außergerichtliche Einigung nicht möglich, bleibt als Ultima Ratio die Erbauseinandersetzungsklage.  Sie ist mit erheblichen Risiken belastet. Ihr Erfolg ist schwierig vorhersehbar. Die Auseinandersetzung des Nachlasses kann auch ausgeschlossen sein, wenn noch nicht alle Erben oder Gläubiger feststehen oder der Erblasser Vorgaben für die Auseinandersetzung gemacht hat. Erben mehrere Personen den Nachlass, bilden sie eine Erbengemeinschaft. Erbengemeinschaften sind Zwangsgemeinschaften und naturgemäß nicht auf Dauer angelegt. Jeder der Erben kann jederzeit die Auseinandersetzung verlangen. In letzter Konsequenz muss die Auseinandersetzung des Nachlasses mit der Erbauseinandersetzungsklage betrieben werden. Wer diesen Weg wählt, sollte wissen, welche Risiken [...]

Immobilie in der Erbengemeinschaft? So wird sie geteilt!

Der Erblasser kann in einer letztwilligen Verfügung bestimmen, welche Personen eine bestimmte Immobilie erben soll. Eine Aufteilung erübrigt sich dann. Erben mehrere Personen, können sie nur einvernehmlich über die Immobilie entscheiden.  Jeder Miterbe kann jederzeit erlangen, dass der Nachlass auseinandergesetzt wird. Im Idealfall einigen sich die Erben über eine Eigennutzung, Vermietung oder Verkauf. Jeder Miterbe kann auch vorab seinen Erbanteil verkaufen, sofern er einen Käufer findet. Die Miterben haben in diesem Fall ein Vorkaufsrecht. Ist eine einvernehmliche Regelung nicht möglich, bleibt nur die zwangsweise Verwertung des Objekts im Wege der Teilungsversteigerung. Immobilien werden zunehmend Teil des Nachlasses. Erben ist das Eine. Immobilien zu verwalten oder zu Geld zu machen, ist das Andere. Wer eine Immobilie erbt, muss sich klar werden, wie er mit dem Neuerwerb umgehen möchte. Erben mehrere Personen zusammen, können unterschiedliche Interessen manche Perspektive ruinieren. Pauschale Lösungen gibt es nicht. Es kommt auf die Gegebenheiten im Einzelfall an. Die Nutzungsart der [...]

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    Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt [... mehr lesen]
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