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Erbengemeinschaft

Auflösung der Erbengemeinschaft mittels Zwangsversteigerung

Der Begriff allein schon ist unangenehm: Zwangsversteigerung bzw. wie er bei der Versteigerung im Rahmen einer Erbengemeinschaft richtig heißt: Teilungsversteigerung. Es reicht aus, wenn ein Miterbe – egal wie groß sein Erbteil ist – den Antrag zur Teilungsversteigerung beim Amtsgericht stellt. Im Anschluss daran beginnen die Maßnahmen. Diese aufzuhalten oder die Zwangsversteigerung komplett zu verhindern, sind kaum möglich. Zwar gibt es die sog. „Versteigerung zur Unzeit“, aber die Anforderungen sind so hoch, dass man sich darauf nicht verlassen sollte. Ganz im Gegenteil, in der Praxis kann die Teilungsversteigerung nicht verhindert werden.

Letztlich aber macht das auch Sinn. Denn eine Erbengemeinschaft ist auf Auseinandersetzung, also Auflösung, gerichtet. Können sich die Erben über die Verteilung nicht einigen, dann gibt es schlicht nur die Möglichkeit, „Sachen in Geld zu wandeln“. Letzteres kann dann verteilt werden.

Erbteil verkaufen oder Teilungsversteigerung einleiten?

Erbengemeinschaften haben keine Ewigkeitsgarantie. Gehört eine Immobilie zum Nachlass, wird sie im günstigsten Fall einvernehmlich freihändig verkauft. Scheitert ein Verkauf, sollte die Teilungsversteigerung Ultima Ratio sein. Eine bessere Alternative ist dann allemal der Verkauf des Erbteils. Eine Teilungsversteigerung ist ein Sonderfall der normalen Immobilienzwangsversteigerung. Sie führt erfahrungsgemäß zu einem weitaus geringeren Erlös als der freihändige Verkauf. Das Teilungsversteigerungsverfahren ist mit vielen Unsicherheiten und komplexen Rechtsvorschriften behaftet. Je nachdem, wie sie genutzt werden, verzögern sie das Verfahren erheblich. Entscheidungen in der Erbengemeinschaft können ausnahmsweise mit Stimmenmehrheit getroffen werden, sofern die ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses eine bestimmte Maßnahme gebietet. Welche Optionen bestehen? Erbengemeinschaften sind Zwangsgemeinschaften. Ein Miterbe hat drei Möglichkeiten, sich seiner Zwangsmitgliedschaft zu entledigen. Er kann seinen Erbteil verkaufen, gegen Abstandszahlung seinen Erbteil aufgeben (Abschichtung) oder darauf bestehen, dass das Nachlassvermögen, soweit es nicht aus Bargeld besteht, zu Geld gemacht wird. Nicht teilbare Gegenstände (z.B. KFZ) sind durch Pfandverkauf, Grundstücke und Immobilien durch das [...]

Erbengemeinschaft als Vermieter

Erbengemeinschaft wird automatisch Vermieter Stirbt eine Person und hat sie mehrere Personen als Erbe eingesetzt, so bilden diese eine Erbengemeinschaft und übernehmen als Folge der sog. Universalsukzession nach § 1922 BGB sämtliche Vermögensgegenstände und auch Verträge „zur gesamten Hand“. Das bedeutet insbesondere, dass die Erbengemeinschaft als Gesamthandsgemeinschaft das Vermögen übernimmt und insbesondere nicht jeder Miterbe einzeln über Nachlassgegenstände und übernommene Verträge bestimmen kann. Zur Regelung dieser gemeinsamen Zeit hat der Gesetzgeber allerdings Vorschriften aufgestellt, wie der Nachlass zu verwalten ist. Laufende Angelegenheiten zwischen Mieter und Erbengemeinschaft als neuem Vermieter Hinterlässt der Erblasser allerdings eine vermietete Wohnung, so kommen hier einige Besonderheiten zu tragen. Zunächst einmal gilt auch hier ganz normal die bereits angesprochene Universalsukzession, d.h. die Erbengemeinschaft übernimmt das bestehende Mietverhältnis. Für den Mieter hat dies zur Folge, dass er nun statt einer Person als Vertragspartner die Mehrheit an Erben sein Vermieter ist. Dies hat an allerersten [...]

Erbauseinandersetzung

Die Erbengemeinschaft ist auf Auseinandersetzung gerichtet. Jeder Miterbe hat einen Anspruch darauf. Häufig decken sich die Interessen der Miterben nicht. Versuchen Sie dennoch mit den weiteren Erben in Kontakt zu kommen und deren Interessen zu erfahren. Ist eine einvernehmliche Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft nicht möglich, so stehen Ihnen - wenn auch begrenzte - Mittel zur zwangsweisen Auseinandersetzung offen. Ausgangssituation: Miterbe in einer Erbengemeinschaft Eine Erbauseinandersetzung kommt immer dann in Betracht, wenn mehrere Personen einen Erblasser gemeinsam beerben. Diese Gemeinschaft von Miterben wird als Erbengemeinschaft bezeichnet. Die Erbengemeinschaft ist in Folge des Todes als sog. Gesamthandsgemeinschaft verbunden. Dies bedeutet, dass alle Miterben entsprechend ihrem Anteil an der Gemeinschaft am Gesamtnachlass beteiligt sind. Nicht hingegen sind sie an den einzelnen Nachlassgegenständen beteiligt. Folge dessen ist, dass sie auch nicht über einzelne Nachlassgegenstände verfügen können, also diese beispielsweise nicht verkaufen können. Sie können allein im Rahmen der Verwaltung des Nachlasses an der Gemeinschaft mitwirken. Allerdings [...]

Erbstreit

Hintergrund Die Erbengemeinschaft ist prädestiniert für Streitigkeiten, naheliegenderweise vom Juristen auch als Erbstreit bezeichnet. Hierunter fallen sämtliche außergerichtlichen und gerichtlichen Streitigkeiten rund um die Erbschaft. Nicht umsonst sagt man: „Der Charakter eines Menschen zeigt sich beim Erben“. Hier treffen vielfältige Interessen aufeinander. Es gibt Erben, die wollen primär den Willen und das Erreichte des Erblassers fortsetzen. Andere wiederum möchten sich schlicht nicht mit der Erbschaft beschäftigen müssen, für Sie ist der Erbfall mehr Last als Gewinn. Dritte hingegen sind vor allem am wirtschaftlichen Wert des Nachlasses interessiert und wollen diesen so schnell wie möglich verkaufen. Das Zusammentreffen dieser Interessen kann man häufig nicht beeinflussen, vielmehr muss man verstehen damit geschickt umzugehen. Hauptkonflikt Immobilien Hauptkonflikt ist häufig Immobilienvermögen. Allein schon wegen des hohen Wertes konzentriert sich die Erbengemeinschaft meist auf die im Nachlass enthaltenen Grundstücke, Altbauten und sonstigen Immobilien. Problem hierbei ist die anstehende Auseinandersetzung, vor allem wenn das [...]

Teilungsversteigerung

Können sich die Miterben nicht über die Verteilung eines Gegenstandes, typischerweise Grundstück oder Immobilie, einigen, so muss dieses zur Teilung gerichtlich versteigert werden. Hierdurch wird der unteilbare Gegenstand in Geld überführt und damit teilbar gemacht Den Antrag kann im Grundsatz jeder Miterbe jederzeit beim Amtsgericht stellen Mit Abschluss der Teilungsversteigerung wird der Erlös an die Erbengemeinschaft ausgeschüttet und kann von dieser verteilt werden. Damit ist es möglich die Erbengemeinschaft Schritt für Schritt aufzulösen Zum Begriff der Teilungsversteigerung Die Teilungsversteigerung ist eine Form der gerichtlichen Zwangsversteigerung. Bei jener geht es in der Regel darum, dass ein Schuldner nicht mehr in der Lage ist seine Verbindlichkeiten zu erfüllen. Daher beantragt ein Gläubiger die Verwertung seines Vermögens, um dann aus dem Erlös seine Forderungen bezahlt zu bekommen. Bei der Teilungsversteigerung hingegen sind sich mehrere Miteigentümer nicht über den Verbleib des Gegenstandes einig. Um aber nun die Erbengemeinschaft aufteilen zu können, bietet das Gesetz dafür ein Verfahren an. [...]

Auseinandersetzung Erbengemeinschaft

Liegt Teilungsreife vor, so kann jeder Miterbe die Auseinandersetzung verlangen Im Idealfall können sich die Miterben auf einen Teilungsplan verständigen und schließen einen Auseinandersetzungsvertrag Falls nein, kommen die - in der Praxis untauglichen - gesetzlichen Regelungen zur Geltung Jeder Miterbe kann die Auseinandersetzung verlangen Die Grundsituation ist einfach beschrieben: jeder Erbe kann jederzeit die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft verlangen, § 2043 Abs. 1 BGB, sogar dann wenn die Teilung ungünstig ist (ausgenommen sind Fälle, in denen das Verlangen als rechtsmissbräuchlich anzusehen ist). Einzig muss die sog. Teilungsreife vorliegen. Praktisch betrachtet kommt der Miterbe mit seiner Forderung allerdings nur durch, wenn sich im Anschluss auch alle Erben an einen Tisch setzen und eine Lösung suchen. Schert ein Miterbe aus, so wird die einvernehmliche Lösung zwischen den Miterben schwierig und vor allem langwierig. Zwar kann man rein rechtlich eine Erbauseinandersetzungsklage erheben und so den quer gehenden Miterben einfangen. Diese Klage allerdings ist mit hohen rechtlichen [...]

  • Aktuelle Rechtsprechung zur Erbengemeinschaft
    Rechtsprechung und Urteile zur Erbengemeinschaft Das Erbrecht im Allgemeinen und die Erbengemeinschaft im Besonderen sind laufend von der aktuellen Entwicklung der Rechtsprechung betroffen: Pflichten der Miterben, Rechte im Rahmen der Verwaltung des gemeinsamen Nachlasses, Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und zum Erbteilsverkauf... Zu all diesen Themen lesen Sie hier regelmäßig ein Update [... mehr lesen]
  • Erbengemeinschaft auflösen
    Die Die Erbengemeinschaft stellt eine Zwangsgemeinschaft dar, die explizit auf Auflösung gerichtet ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1) Die Miterben schließen eine Auseinandersetzungsvereinbarung in der die Verteilung des Nachlasses geregelt wird; 2) Alle Erbanteile werden auf einen der Miterben oder einen Dritten vereinigt, in der Regel durch einen Verkauf der [... mehr lesen]
  • Infografiken zur Erbengemeinschaft
    Rechtliche Aspekte sind kompliziert, Erbrecht ganz besonders. Über meine Infografiken haben Sie die Möglichkeit sich dem Thema Erbrecht und Erbengemeinschaft einfach zu nähern. Was ist eine Erbengemeinschaft? Wie komme ich da rein, wie komme ich da raus? Was kann ich mit meinem Erbteil machen? All diese Fragen beantworte ich [... mehr lesen]
  • Praxistips für Erben
    Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt [... mehr lesen]
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