Erbengemeinschaft

Vertrag über den Verkauf des Erbteils

Als Miterbe in einer Erbengemeinschaft eine Option: den Erbteil verkaufen! Denn so können Sie jederzeit und – wichtig zu wissen – unabhängig von den übrigen Miterben aus der Erbengemeinschaft ausscheiden.

Warum aus der Erbengemeinschaft ausscheiden? Einfach beantwortet, denn die Erbengemeinschaft ist nicht auf Dauer ausgelegt. Sowohl der Gesetzgeber sieht diesen dauerhaften Aspekt nicht, wie auch macht es in der Praxis häufig keinen Sinn, sich längerfristig mit den übrigen Miterben zu binden. Vielmehr sollten Sie als Miterbe über den Verkauf ihres Erbteils nachdenken und in diesem Zusammenhang auch um die vertragliche Gestaltung eines möglichen Verkaufs. Meist hilft hier ein Notar.

 

Erbteil verkaufen oder Teilungsversteigerung einleiten?

Erbengemeinschaften haben keine Ewigkeitsgarantie. Gehört eine Immobilie zum Nachlass, wird sie im günstigsten Fall einvernehmlich freihändig verkauft. Scheitert ein Verkauf, sollte die Teilungsversteigerung Ultima Ratio sein. Eine bessere Alternative ist dann allemal der Verkauf des Erbteils. Eine Teilungsversteigerung ist ein Sonderfall der normalen Immobilienzwangsversteigerung. Sie führt erfahrungsgemäß zu einem weitaus geringeren Erlös als der freihändige Verkauf. Das Teilungsversteigerungsverfahren ist mit vielen Unsicherheiten und komplexen Rechtsvorschriften behaftet. Je nachdem, wie sie genutzt werden, verzögern sie das Verfahren erheblich. Entscheidungen in der Erbengemeinschaft können ausnahmsweise mit Stimmenmehrheit getroffen werden, sofern die ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses eine bestimmte Maßnahme gebietet. Welche Optionen bestehen? Erbengemeinschaften sind Zwangsgemeinschaften. Ein Miterbe hat drei Möglichkeiten, sich seiner Zwangsmitgliedschaft zu entledigen. Er kann seinen Erbteil verkaufen, gegen Abstandszahlung seinen Erbteil aufgeben (Abschichtung) oder darauf bestehen, dass das Nachlassvermögen, soweit es nicht aus Bargeld besteht, zu Geld gemacht wird. Nicht teilbare Gegenstände (z.B. KFZ) sind durch Pfandverkauf, Grundstücke und Immobilien durch das [...]

Rechtskauf

Beim Sachkauf werden körperliche Gegenstände, beim Rechtskauf Rechte verkauft. Der Erbschaftskauf kann in der Sache ein bloßer Rechtskauf sein, wenn der Nachlass nur ein Recht an etwas zum Gegenstand hat (z.B. Patentrecht eines Unternehmers) oder eine Sach- oder Rechtsgesamtheit, wenn der Nachlass aus mehreren Gegenständen und Rechten besteht. Beim Erbschaftskauf bleibt der Erbe selbst Erbe, der Erbschaftskäufer tritt lediglich in die vermögensrechtliche Position des Erben als Erbschaftsverkäufer ein. Im Erbrecht gibt es den Erbschaftskauf. Wer eine Erbschaft verkaufen oder kaufen möchte, verkauft oder kauft den Erbanteil an einem Nachlass. Es handelt sich um einen Rechtskauf. Was es damit auf sich hat, ist erklärungsbedürftig. Ohne Juristerei geht es nicht Gegenstand eines Kaufvertrages können Sachen oder Rechte sein. Juristen sprechen dann vom Sachkauf und Rechtskauf. Das Thema Rechtskauf ist sehr juristisch. Wenn Sie Erbe sind und Ihren Anteil am Nachlass frühzeitig und schnellstmöglich zu Geld machen möchten, sollten Sie wissen, auf welchen Grundlagen [...]

Erbschaftskauf

Der Erbschaftskaufvertrag stellt den schuldrechtlichen Teil beim Verkauf des Erbteils dar; im Anschluss wird der Erbteil dinglich übertragen Mit Verkauf des Erbteils wird der Verkäufer insbesondere nicht aus seiner Haftung gegenüber Nachlassgläubigern befreit Der Verkauf des Erbteils kann an jeden erfolgen, eine Zustimmung der Miterben ist nicht erforderlich. Sie werden durch ein Vorkaufsrecht geschützt Abzugrenzen ist der Verkauf des Erbteils vom Erbverzicht. Hierbei handelt es sich um einen Erklärung des Erben vor dem Tod des Erblassers. Vorbemerkung: Eigenheiten des deutschen Erbrechts Nach § 2371 BGB hat der Erbe die Möglichkeit, seine angefallene Erbschaft zu verkaufen und damit nicht auf die Erbauseinandersetzung angewiesen zu sein. Dies gilt sowohl für den Alleinerben, der seine gesamte Erbschaft verkauft, wie auch für den Miterben, der seinen Anteil an der Erbschaft, den Erbteil, verkauft. Da Gegenstand meiner Webseite die Erbengemeinschaft ist, beschränken sich nachfolgende Ausführungen auf den Erbschaftskauf und die Erbteilsübertragung des Miterben, der Alleinerbe wird [...]

Erbteil bewerten

Der Nachlass sollte mit dem Verkehrswert zum Verkaufstag bewertet werden. Hierfür sind primär die Aktiva, Passiva und ein Risiko-Chancen-Faktor heranzuziehen Häufig gibt es nicht "die eine richtige Bewertung". Vielmehr muss man sich über verschiedene Herangehensweisen dem Wert annähern. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Seite der Verbindlichkeiten zu werfen. Vor allem unbekannte Verbindlichkeiten führen zu einem großen Haftungsrisiko beim Erbteilskäufer Welcher Wert ist für den Erbteil "der Richtige" Will man als Miterbe seinen Erbteil verkaufen, so ist es die zentrale Frage: was ist der angemessene Preis? Hierfür vorschnell auf den für die Berechnung der Erbschaftssteuer ermittelten Wert zurückzugreifen, ist meist ungeschickt. Er ist für einen potentiellen Verkauf des Erbteils nur eingeschränkt aussagekräftig. Zum einen stellt er eine Bewertung zum Stichtag des Anfalls der Erbschaft dar, weiter werden Auflagen und Vermächtnisse nicht abgezogen. Zuletzt berücksichtigt er die Chancen und Risiken nicht ausreichend. Gleiches gilt für die Berechnung des Pflichtteils, auch diese ist nicht passend. [...]

Beispiel-Verträge für Erbengemeinschaften

Zur Veranschaulichung bieten wir ausgewählte Beispiele von Verträgen, die für Erbengemeinschaften besondere Bedeutung haben. Mithilfe dieser Beispiele sollen die theoretischen Ausführungen auf dieser Webseite greifbar werden und ein Gefühl geben, in welche Richtung man als Erbe denken kann. Bitte beachten Sie allerdings: Diese Beispielverträge dienen allein als Veranschaulichung. Wir übernehmen keinerlei Haftung für die inhaltliche Richtigkeit. Insbesondere ist dieses Muster nicht zur Verwendung bestimmt. Es müssen stets die Gegebenheiten des Einzelfalls geprüft werden. Holen Sie sich in jedem Fall juristischen Rat ein! Mittels der Erbauseinandersetzungsvereinbarung lösen die Miterben eine Erbengemeinschaft auf. Hier vereinbaren sie, wie die Aktiva und Passiva, die in der Erbschaft enthalten sind, unter den Miterben aufgeteilt werden. Grundsätzlich erfolgt die Aufteilung nach Erbquoten. Wichtig zu wissen: die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft mittels Vertrag ist nur dann möglich, wenn alle Miterben sich einig sind. Stimmt auch nur ein einziger Miterbe der Vereinbarung nicht zu, so kann der Vertrag nicht geschlossen werden. Weitere [...]

Kaufvertrag über Erbteil

Bekommen Sie ein erstes Verständnis wie ein Kaufvertrag über einen Erbteil aussieht. Diesen wir im Verkaufsfalle ein Notar für Sie erstellen. Bitte beachten Sie: Der nachfolgende Vertrag ist nur ein Beispiel zur Veranschaulichung. Holen Sie immer professionellen Rat ein. Notwendige Vereinbarungen beim Verkauf des Erbteils Im Folgenden sehen Sie einen Beispiel-Kaufvertrag für einen Erbteil, den sog. Erbteilskaufvertrag, den ein Notar ihnen in ähnlicher Weise erstellen wird, wenn Sie einen Erbteil verkaufen möchten. Es handelt sich hierbei um einen sog. Rechtskauf. Gehen Sie in Ruhe durch die einzelnen Paragraphen und bekommen Sie ein Gefühl für die Vereinbarungen. Neben den allgemeinen Vertragsbestandteilen, wie Vertragsparteien, Vertragsgegenstand, Kaufpreis usw. werden insbesondere auch die Aspekte rund um das Vorkaufsrecht der Miterben und Haftungsthemen geregelt. Bitte beachten Sie allerdings: Dieser Beispielvertrag dient allein als Veranschaulichung. Ich übernehme keinerlei Haftung für die inhaltliche Richtigkeit. Insbesondere ist dieses Muster nicht zur Verwendung bestimmt. Es müssen stets die Gegebenheiten des Einzelfalls geprüft werden. Holen [...]

Gesamthandsgemeinschaft

Was steckt hinter dem sperrigen Begriff der Gesamthandsgemeinschaft Was darf die Gemeinschaft, was darf der Einzelne Was ist der Unterschied zwischen Verfügungen und Verwaltung Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf HEREDITAS Miterbe Auskunftsrecht und Auskunftspflicht für Miterben Erbengemeinschaft und Arbeitsrecht Gesellschaften und Unternehmen in der Erbengemeinschaft Häufige Fragen zur Erbengemeinschaft Rechtsnatur der Gesamthandsgemeinschaft Besteht nicht ein Alleinerbe, sondern hinterlässt ein Erblasser mehrere Miterben, so bilden diese qua Gesetz eine sog. Gesamthandsgemeinschaft. Hierbei handelt es sich um eine Vermögensgemeinschaft ohne eigene Rechtspersönlichkeit, d.h. im Gegensatz zu einer juristischen Person (z.B. GmbH) kann die Gemeinschaft nicht Träger von Rechten und Pflichten sein. Verpflichtet werden hier immer die hinter der Gemeinschaft stehenden natürlichen Personen. Neben der Erbengemeinschaft kennt das BGB noch die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, §§ 705 ff BGB, sowie die eheliche Gütergemeinschaft (§§ 1416 ff BGB und §§ 1485 ff BGB) als weitere Gesamthandsgemeinschaften. [...]

Erbanteil

Der Anteil an einer Erbengemeinschaft wird als Erbanteil bezeichnet Ziel der Erbengemeinschaft ist die Auseinandersetzung, in der der Nachlass aufgeteilt wird Neben der Auseinandersetzung kann der Miterbe seinen Erbanteil jederzeit auch an einen Dritten verkaufen Alternativ zum Verkauf des Erbanteils besteht die wirtschaftlich aber oft ungünstigere Möglichkeit der Verpfändung oder des Ausscheidens aus der Erbengemeinschaft durch Verzicht gegen Zahlung einer Abfindung Was ist das eigentlich der „Erbanteil“? Der Erbanteil, juristisch korrekt als Erbteil bezeichnet, stellt die Beteiligung eines einzelnen Erben an einer Erbengemeinschaft dar. Ist der Erbe Alleinerbe, beträgt sein Erbanteil 100 Prozent. Ist der Erbe nur Miterbe in der Erbengemeinschaft, bestimmt sich sein Erbanteil nach Maßgabe der gesetzlichen Erbfolge oder einer testamentarischen Verfügung des Erblassers. Beispiele Ist Ihr Ehegatte verstorben und lebten Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, beträgt der Erbanteil neben Ihren Kindern die Hälfte des Nachlasses. Ihre Kinder erben und teilen sich die andere Hälfte. Sind nur Kinder [...]

  • Aktuelle Rechtsprechung zur Erbengemeinschaft
    Rechtsprechung und Urteile zur Erbengemeinschaft Das Erbrecht im Allgemeinen und die Erbengemeinschaft im Besonderen sind laufend von der aktuellen Entwicklung der Rechtsprechung betroffen: Pflichten der Miterben, Rechte im Rahmen der Verwaltung des gemeinsamen Nachlasses, Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und zum Erbteilsverkauf... Zu all diesen Themen lesen Sie hier regelmäßig ein Update [... mehr lesen]
  • Erbengemeinschaft auflösen
    Die Die Erbengemeinschaft stellt eine Zwangsgemeinschaft dar, die explizit auf Auflösung gerichtet ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1) Die Miterben schließen eine Auseinandersetzungsvereinbarung in der die Verteilung des Nachlasses geregelt wird; 2) Alle Erbanteile werden auf einen der Miterben oder einen Dritten vereinigt, in der Regel durch einen Verkauf der [... mehr lesen]
  • Infografiken zur Erbengemeinschaft
    Rechtliche Aspekte sind kompliziert, Erbrecht ganz besonders. Über meine Infografiken haben Sie die Möglichkeit sich dem Thema Erbrecht und Erbengemeinschaft einfach zu nähern. Was ist eine Erbengemeinschaft? Wie komme ich da rein, wie komme ich da raus? Was kann ich mit meinem Erbteil machen? All diese Fragen beantworte ich [... mehr lesen]
  • Praxistips für Erben
    Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt [... mehr lesen]
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Dr. Stephan SeitzMein Artikel hat Ihnen gefallen?
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