Erbengemeinschaft

Grundlagen im Erbrecht

Sie sind zusammen mit weiteren Personen als Erbe berufen? Dann bilden Sie qua Gesetz eine Erbengemeinschaft. Besondere Herausforderungen erwarten Sie in den kommenden Jahren! Daher ist es umso wichtiger, dass Sie sich als Miterbe mit den Grundlagen des Erbrechts vertraut machen.
Zunächst geht es für Miterben um die Frage, ob sie die Erbschaft annehmen oder ausschlagen wollen. Schnell aber kommen Fragen der Verwaltung der Erbengemeinschaft auf. Und zuletzt steht auch das Ziel der Erbengemeinschaft im Raum, die Auflösung der selbigen. Denn weder die gesetzlichen Regelungen sind auf eine dauerhafte Gemeinschaft mit den übrigen Miterben ausgelegt, noch macht es Sinn, längerfristig in einer Erbengemeinschaft zu verbleiben. Die jeweiligen Interessen der übrigen Erben sind häufig unterschiedlich. Manche wollen Werte erhalten und im Interesse des Erblassers fortführen, anderen haben dazu schlicht nicht die finanziellen Mittel. Und dritte wollen möglichst schnell die finanziellen Vorteile heben.
Es ist daher von besonderer Bedeutung, dass Sie als Miterbe die rechtlichen Grundlagen im Erbrecht verstehen, um so ihre Interessen in der Erbengemeinschaft sinnvoll zu vertreten.

 

Erbrecht verkaufen

Heißt das Stichwort „Verkauf des Erbrechts“, kommen unterschiedliche Fallgestaltungen in Betracht. Je nachdem wer wann, was an wen verkauft, ergeben sich verschiedene Antworten. Verkauf des Erbrechts durch den Erblasser Der Erblasser selbst kann zu Lebzeiten nicht sein Erbrecht verkaufen. Er selber erbt ja nichts. Er vererbt und besitzt soweit im Hinblick auf seine eigene Person als potentieller Erblasser selbst kein Erbrecht, über das er irgendwie verfügen könnte. Insoweit kann er das Erbrecht lediglich dahingehend konkretisieren, dass er im Wege einer letztwilligen Verfügung durch Testament oder Erbvertrag eine bestimmte Person zu seinem Erben einsetzt. Verfügung des Erblassers über sein künftiges Vermögen Zunächst könnte sich eine lebende Person als potentieller Erblasser vertraglich nicht verpflichten, ihr künftiges Vermögen oder einen Bruchteil ihres künftigen Vermögens auf einen Dritten zu übertragen. § 311b Abs. II BGB verbietet eine solche Vereinbarung und erklärt sie für nichtig. Der Grund besteht darin, dass die wirtschaftliche Betätigungsfreiheit vor übermäßigen Beschränkungen geschützt [...]

Gesellschaften und Erbengemeinschaft

War der Erblasser unternehmerisch tätig, fallen unternehmerische Beteiligungen oder ganze Gesellschaften in den Nachlass. Dann kollidieren oft erbrechtliche und gesellschaftsrechtliche Bestimmungen. Ihre Lösung erfordert besondere Ansätze. Hat der Erblasser in einer letztwilligen Verfügung Anordnungen getroffen, müssen diese auch gesellschaftsrechtlich funktionieren. Um zu verhindern, dass ein Erblasser im Wege eines Testaments Einfluss auf einen Gesellschaftsvertrag nimmt, geht im Regelfall das Gesellschaftsrecht dem Erbrecht vor. Wenn Sie also Ihre rechtliche Position in einer Erbengemeinschaft einschätzen wollen, müssen Sie wissen, wo Sie als Miterbe stehen. Wenn Sie sich der unternehmerischen Verantwortung nicht stellen wollen oder sich ihr nicht gewachsen fühlen, sollten Sie auch den Verkauf Ihres Erbanteils in Betracht ziehen. Mit dem Verkauf des Erbanteils entledigen Sie sich Ihrer Pflichten als Gesellschafter und Unternehmer. Gehört zum Nachlass ein Unternehmen oder eine unternehmerische Beteiligung, beurteilt sich die Rechtsstellung eines Erben oder einer Erbengemeinschaft danach, um was für eine Form von Unternehmen es sich handelt. Das Gesetz enthält Standardregeln für die Rechtsnachfolge [...]

Erbengemeinschaft und Arbeitsrecht

Wer erbt, dürfte oft die Vorstellung haben, er komme in den Genuss der Vermögenswerte des Erblassers. Dass der Erbe dabei auch eventuell bestehende Verbindlichkeiten des Erblassers übernehmen muss, ist meist auch klar. Dass man als Erbe aber auch mit dem Arbeitsrecht konfrontiert wird, ist für manchen Erben eine echte Überraschung. Das Thema Arbeitsrecht spielt nämlich eine Rolle, wenn der Erblasser selbst Arbeitgeber war und die Erbengemeinschaft in die Rolle des Arbeitgebers eintritt. Arbeitsrecht spielt auch dann eine Rolle, wenn der Arbeitnehmer verstirbt und die Erbengemeinschaft in ihrer Rolle als Arbeitgeber tangiert wird, weil die Erben des Arbeitnehmers noch Lohn, Abfindungen oder Urlaub geltend machen. Wer sich als Erbe nicht zum Arbeitgeber berufen fühlt oder sich als Arbeitnehmer-Erbe nicht auf arbeitsrechtliche Streitigkeiten einlassen möchte, sollte überlegen, ob er seinen Erbanteil vielleicht verkauft. War der Erblasser Arbeitgeber, übernehmen die Erben einer Erbengemeinschaft dessen Rechte und Pflichten auch als Arbeitgeber. Handelt sich um eine Kapitalgesellschaft, ergeben sich in der Regel [...]

Erbengemeinschaft: Verbindlichkeiten von Miterben einfordern

Wer Miterbe in einer Erbengemeinschaft wird, trägt Verantwortung. Diese Verantwortung zeigt sich mithin darin, dass der Miterbe auch gegenüber der Erbengemeinschaft für Verbindlichkeiten geradestehen muss. Der Nachlass wird Sondervermögen und ist vom privaten Eigenvermögen des Miterben strikt zu trennen. Mit dem Erbfall wird der Nachlass Sondervermögen der Erbengemeinschaft. Vom Sondervermögen ist das Privatvermögen des einzelnen Miterben zu trennen. Beides darf nicht vermengt werden. Zweck des Sondervermögens ist es, den Nachlass möglichst vollständig zu erhalten oder zu vervollständigen, um eventuelle Verbindlichkeiten von Nachlassgläubigern zu bedienen. Hat eine Erbengemeinschaft Ansprüche gegen einen Miterben, kann der Miterbe die Forderung nicht ohne Weiteres mit seinem Erbanteil verrechnen. Jeder Miterbe ist eigenständig berechtigt, Verbindlichkeiten gegen einen anderen Miterben einzutreiben und notfalls gerichtlich einzuklagen. Um was geht es: Typischer Fall Der Erblasser hatte dem Miterben A zu Lebzeiten ein Darlehen über 10.000 € gewährt. Nach Eintritt des Erbfalls verlangt die Erbengemeinschaft, bestehend aus A, B und C, dass Miterbe A [...]

Erbrecht: Einführung für Erbengemeinschaften in München

Wer diese Welt verlässt, nimmt nichts mit. In schätzungsweise 20 Prozent der Fälle hinterlässt der Verstorbene ein Testament und regelt die Erbfolge nach seinen Wünschen. Gibt es kein Testament, bestimmt die gesetzliche Erbfolge, wer erbt. Wenn Sie glauben, mit dem Tod sei alles vorbei, werden Sie staunen, welch eine Vielzahl von Aspekten mit dem Ableben eines Menschen verbunden sind. Diese Erkenntnis ist nicht das Ergebnis juristischer Gedankengänge, sondern keimt aus der Wirklichkeit, die Leben und Tod bereithalten. Mit dieser Website greife ich ein alltägliches Problem von Erben auf. Möchten Sie schnellstmöglich über Liquidität verfügen oder sich emotionaler oder zeitaufwendiger Auseinandersetzungen in einer Erbengemeinschaft entledigen, biete ich Ihnen mit der Möglichkeit des Verkaufs Ihres Erbteils oder Ihrer Erbschaft eine komfortable Lösung. Im Rahmen dieses Beitrags biete ich Ihnen eine Einführung ins Erbrecht, beispielhaft für einen Erbfall in München. Grundprinzipien des Erbrechts Testierfreiheit: Jeder Mensch hat das Recht, durch eine Verfügung von Todes wegen zu bestimmen, was [...]

Auskunftsrecht und Auskunftspflicht der Miterben

Miterben haben häufig unterschiedlichen Zugang zu Informationen über den Erblasser und den Nachlass. Gegenseitige Auskunftspflichten sind daher sowohl für den einzelnen Miterben wie auch für die ordnungsgemäße Verwaltung und Vorbereitung der Auseinandersetzung von essentieller Bedeutung. Das Gesetz bietet für einige Sondersituationen Anspruchsgrundlagen; im Übrigen kann ein allgemeiner Auskunftsanspruch auf § 242 BGB gestützt werden, sofern Informationsasymmetrie vorliegt und auch einseitig durch den Miterben nicht aufgelöst werden kann. Erben haben meist unterschiedlichen Kenntnisstand über die Erbschaft Die Situation kommt garnicht so selten vor: einzelne Miterben oder sogar die ganze Erbengemeinschaft sind über Umfang und Verbleib des Nachlasses im Unklaren und benötigen Auskunft. Denn selbst wenn man den Erblasser gut kannte, ist man meist über dessen finanzielle Verhältnisse nicht im Bilde. Noch weniger Einblick hat man natürlich, wenn man z.B. im Wege der gesetzlichen Erbfolge „durch Zufall“ zum Erben berufen ist und kaum Beziehung zum Erblasser hatte. Die Beschaffung von Informationen über den Nachlass [...]

Rechtsprechung Erbengemeinschaft 2016

Wie schon in 2015 gab es auch in 2016 mehrere ober- und höchstgerichtliche Entscheidungen, die für Erbengemeinschaften praktische Relevanz haben. Lesen Sie nachfolgend, was Sie als Miterbe in jedem Fall wissen sollten. BGH: Keine Pflicht zur Zahlung einer unüblich hohen Maklerprovision für die Vermittlung eines Erbteilsverkaufs BGH, Urteil vom 12.5.2016 - I ZR 5/15 Sachverhalt: Der Miterbe A einer aus zwei Personen bestehenden Erbengemeinschaft (beide je 50%) hat seinen Erbteil an einen Dritten verkauft. Für die Vermittlung, Aufbereitung und Käufersuche hat er einen Makler beauftragt, der eine „unüblich hohe Maklerprovision“ hierfür verlangt hatte. Nach Abschluss des Erbteilskaufvertrags hat der zweite Miterbe (B) allerdings von seinem gesetzlichen Vorkaufsrecht gebraucht gemacht  und entsprechend im Wege des Vorkaufs den Erbteil selbst erworben. Allerdings hatte er die vom Makler geforderte Provision nicht bezahlt. Der Makler geht nun gegen den Vorkäufer (Miterbe B) vor und verlangt die zwischen ihm und dem Miterben A vereinbarte Maklerprovision. Entscheidung: Der BGH verwirft die [...]

Rechtskauf

Beim Sachkauf werden körperliche Gegenstände, beim Rechtskauf Rechte verkauft. Der Erbschaftskauf kann in der Sache ein bloßer Rechtskauf sein, wenn der Nachlass nur ein Recht an etwas zum Gegenstand hat (z.B. Patentrecht eines Unternehmers) oder eine Sach- oder Rechtsgesamtheit, wenn der Nachlass aus mehreren Gegenständen und Rechten besteht. Beim Erbschaftskauf bleibt der Erbe selbst Erbe, der Erbschaftskäufer tritt lediglich in die vermögensrechtliche Position des Erben als Erbschaftsverkäufer ein. Im Erbrecht gibt es den Erbschaftskauf. Wer eine Erbschaft verkaufen oder kaufen möchte, verkauft oder kauft den Erbanteil an einem Nachlass. Es handelt sich um einen Rechtskauf. Was es damit auf sich hat, ist erklärungsbedürftig. Ohne Juristerei geht es nicht Gegenstand eines Kaufvertrages können Sachen oder Rechte sein. Juristen sprechen dann vom Sachkauf und Rechtskauf. Das Thema Rechtskauf ist sehr juristisch. Wenn Sie Erbe sind und Ihren Anteil am Nachlass frühzeitig und schnellstmöglich zu Geld machen möchten, sollten Sie wissen, auf welchen Grundlagen [...]

Gesetzliche und gewillkürte Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge ist der Regelfall. Sie tritt ein, wenn der Erblasser keine letztwillige Verfügung von Todes wegen verfasst hat. Deshalb stirbt niemand ohne Erben. Jeder Mensch, der testtierfähig und damit im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, kann eine letztwillige Verfügung verfassen und damit die gesetzliche Erbfolge nach seinen Vorstellungen abändern. Eine letztwillige Verfügung bietet eine Reihe von Optionen, mit denen der Erblasser Anordnungen im Hinblick auf seinen Nachlass treffen kann (z.B. Vermächtnis, Teilungsanordnung, Testamentsvollstreckung). Vielleicht ist es ein Ausgleich dafür, dass man nichts ins Jenseits mitnehmen kann.  Alles, was ein Mensch auf Erden hinterlässt, wird vererbt und findet einen neuen Besitzer. Dafür sorgt die Erbfolge. Ob die Erbfolge auf gesetzlichen oder gewillkürten Wegen eintritt, hat jeder Erblasser selbst in der Hand. Die Unterschiede sollten Sie als potentieller Erblasser jedenfalls kennen. Sind Sie Erbe, sollten Sie wissen, nach welchen Regeln Ihre Erbschaft verläuft. Am Anfang steht Grundsätzliches Wenn von der gesetzlichen und der [...]

Erbengemeinschaft München

Der Tod eines geliebten Menschen ist ebenso bedauerlich wie unvermeidbar. Doch kaum ist die Trauer gelindert, muss das Erbe des Verstorbenen verwaltet werden. Nicht immer ist dabei dank eines Testaments oder aufgrund der gesetzlichen Erbfolge eindeutig geklärt, welche Personen den Nachlass antreten. Erben mehrere Personen zusammen, so kommt es zur Bildung einer Erbengemeinschaft. Gerade in größeren Ballungszentren wie München kann dies zu besonderen Möglichkeiten für die Erbengemeinschaft führen. Lesen Sie im Folgenden mehr, unter anderem wie Sie als Erbengemeinschaft in München ihren Erbteil verkaufen können! Die Erbengemeinschaft – was ist das eigentlich? Weite Teile des in Deutschland geltenden Zivilrechts waren in ähnlicher Form bereits in den antiken Kulturen bekannt. So etwa im mächtigen Rom, das schon einige der uns heute bekannten Paragrafen verwendete. Aber auch aus anderen Kulturkreisen wurden derartige Regelungen übernommen. So wie etwa aus dem ehemaligen Germanien, das als Vorreiter für das moderne Erbrecht gilt. Die hier zu besprechende Erben- oder [...]

  • Aktuelle Rechtsprechung zur Erbengemeinschaft
    Rechtsprechung und Urteile zur Erbengemeinschaft Das Erbrecht im Allgemeinen und die Erbengemeinschaft im Besonderen sind laufend von der aktuellen Entwicklung der Rechtsprechung betroffen: Pflichten der Miterben, Rechte im Rahmen der Verwaltung des gemeinsamen Nachlasses, Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und zum Erbteilsverkauf... Zu all diesen Themen lesen Sie hier regelmäßig ein Update [... mehr lesen]
  • Erbengemeinschaft auflösen
    Die Die Erbengemeinschaft stellt eine Zwangsgemeinschaft dar, die explizit auf Auflösung gerichtet ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1) Die Miterben schließen eine Auseinandersetzungsvereinbarung in der die Verteilung des Nachlasses geregelt wird; 2) Alle Erbanteile werden auf einen der Miterben oder einen Dritten vereinigt, in der Regel durch einen Verkauf der [... mehr lesen]
  • Infografiken zur Erbengemeinschaft
    Rechtliche Aspekte sind kompliziert, Erbrecht ganz besonders. Über meine Infografiken haben Sie die Möglichkeit sich dem Thema Erbrecht und Erbengemeinschaft einfach zu nähern. Was ist eine Erbengemeinschaft? Wie komme ich da rein, wie komme ich da raus? Was kann ich mit meinem Erbteil machen? All diese Fragen beantworte ich [... mehr lesen]
  • Praxistips für Erben
    Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt [... mehr lesen]
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Dr. Stephan SeitzMein Artikel hat Ihnen gefallen?
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