Erbengemeinschaft
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Das Ziel: die Erbengemeinschaft auseinandersetzen

Die Erbengemeinschaft ist nicht auf Dauer angelegt, ganz im Gegenteil. Ihr explizites – und auch gesetzliches – Ziel ist die Auflösung. Dies zeigt sich unter anderem auch in den gesetzlichen Regeln zur Verwaltung der Erbengemeinschaft. Diese sind nicht sonderlich praktikabel und dienen allenfalls der Überbrückung einer gewissen Zeit. Dauerhaft kann eine Verwaltung des gemeinsamen und gesamthänderisch gebundenen Vermögens so kaum verwaltet werden.
Für die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft gibt es im Wesentlichen drei Optionen. So können die Miterben eine sog. Auseinandersetzungsvereinbarung abschließen, in der sie regeln, wie das in der Erbschaft enthaltene Vermögen aufgeteilt werden soll. Weiterhin können die Miterben den Weg der sog. „Abschichtung und Anwachsung“ wählen, anschlaulich auch als Auszahlung einzelner Miterben zu bezeichnen. Zuletzt steht jedem Miterben die Möglichkeit offen, seinen Erbteil an einen der übrigen Miterben oder einen Dritte zu verkaufen. Eine Zustimmung der übrigen Erben ist hierzu nicht erforderlich.

 

Landwirtschaft: Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft

Gehört zum Nachlass ein landwirtschaftlicher Betrieb, regelt das Gesetz die Erbfolge eigenständig. Die üblichen Regeln gelten dann nur noch bedingt. Sind Sie Miterbe in einer Erbengemeinschaft, kommt es darauf an, in welchem Bundesland sich der Betrieb befindet. Je nach Bundesland kommt unterschiedliches Recht zur Anwendung. In Bayern gelten andere Regeln als in Hessen oder Hamburg. Die Kenntnis der Rechtslage ist insoweit für die Erbengemeinschaft wichtig, als ein Miterbe seinen Erbanteil oder die Erbengemeinschaft einen zum Nachlass gehörenden landwirtschaftlichen Betrieb verkaufen möchte. Gehört zum Nachlass ein landwirtschaftlicher Betrieb (Hof, Landgut), gilt regional unterschiedliches Erbrecht. In Betracht kommen u.a. die Höfeordnung, § 2049 BGB und das Grundstücksverkehrsgesetz. Zweck der Sonderregelungen ist, die Struktur und Wirtschaftsfähigkeit eines Landguts möglichst im Interesse der Volkswirtschaft zu erhalten und es einem Nachfolger zu ermöglichen, den Betrieb wirtschaftlich fortzuführen. Wieso ist die Erbfolge in der Landwirtschaft ein Problem? Landwirtschaftliche Betriebe erfüllen eine gesellschaftliche Aufgabe, indem sie die Bevölkerung [...]

Erbrecht: Einführung für Erbengemeinschaften in München

Wer diese Welt verlässt, nimmt nichts mit. In schätzungsweise 20 Prozent der Fälle hinterlässt der Verstorbene ein Testament und regelt die Erbfolge nach seinen Wünschen. Gibt es kein Testament, bestimmt die gesetzliche Erbfolge, wer erbt. Wenn Sie glauben, mit dem Tod sei alles vorbei, werden Sie staunen, welch eine Vielzahl von Aspekten mit dem Ableben eines Menschen verbunden sind. Diese Erkenntnis ist nicht das Ergebnis juristischer Gedankengänge, sondern keimt aus der Wirklichkeit, die Leben und Tod bereithalten. Mit dieser Website greife ich ein alltägliches Problem von Erben auf. Möchten Sie schnellstmöglich über Liquidität verfügen oder sich emotionaler oder zeitaufwendiger Auseinandersetzungen in einer Erbengemeinschaft entledigen, biete ich Ihnen mit der Möglichkeit des Verkaufs Ihres Erbteils oder Ihrer Erbschaft eine komfortable Lösung. Im Rahmen dieses Beitrags biete ich Ihnen eine Einführung ins Erbrecht, beispielhaft für einen Erbfall in München. Grundprinzipien des Erbrechts Testierfreiheit: Jeder Mensch hat das Recht, durch eine Verfügung von Todes wegen zu bestimmen, was [...]

Erbenermittler: Miterben suchen und finden

Ist ein Erbfall nach der gesetzlichen Erbfolge abzuwickeln, muss das Nachlassgericht bei begründetem Anlass alle in Betracht kommenden Erben ermitteln. Es bestellt dazu meist einen Nachlasspfleger, der wiederum einen Erbenermittler mit der Ermittlung potentieller Erben beauftragen kann. Gleichfalls kann auch ein vom Erblasser bestimmter Testamentsvollstrecker oder ein bereits bekannter Erbe selbst nach weiteren Erben suchen lassen. Erbenermittlung ist kein konkretes Berufsbild. Es erfordert keine Ausbildung, setzt aber eine gewisse Kompetenz in den für die Erbenermittlung maßgeblichen Wissensgebieten voraus. Erbenermittler werden nach Stundensätzen, fest vereinbarten Honoraren oder nur im Erfolgsfall honoriert. Vorkasseleistungen sind unüblich. Neben der Ermittlung potentieller Erben kommt auch die Ermittlung vermuteter Vermögenswerte des Erblassers in Betracht. Es gibt keine Erbschaft ohne Erben. Ist der Aufenthaltsort eines Erben nicht bekannt oder ist unklar, ob es überhaupt noch erbberechtigte Personen gibt, kann der Nachlass eines Erblassers oft nicht oder nur verzögert auseinandergesetzt werden. In solchen Fällen können Erbenermittler wertvolle Hilfe leisten. Allerdings gibt es [...]

Teilungsreife der Erbengemeinschaft

Soweit ein Nachlass neben Vermögenswerten auch Verbindlichkeiten beinhaltet, sind vorab sämtliche Verbindlichkeiten zu bereinigen. Erst dann tritt Teilungsreife ein. Teilungsreife bedeutet, dass die Verbindlichkeiten aus dem Nachlass bereinigt sind und der Nachlass unter den Erben einer Erbengemeinschaft aufgeteilt werden kann. Sind sich alle Miterben einig, ist die Aufteilung des Nachlasses unproblematisch. Streiten sich die Erben, kommt das notarielle Vermittlungsverfahren oder letztlich die Erbauseinandersetzungsklage in Betracht. In aller Kürze: Was bedeutet Teilungsreife? Teilungsreife bedeutet, dass die Miterben einer Erbengemeinschaft den Nachlass unter sich aufteilen. Dazu muss der Nachlass zur Aufteilung aufbereitet und tatsächlich auch teilungsreif gemacht werden. Der Nachlass ist vornehmlich erst dann teilungsreif, wenn die Erbengemeinschaft sämtliche Nachlassverbindlichkeiten erledigt hat und der verbleibende Nachlass damit aufgeteilt werden kann. Die Teilungsreife ist zudem Voraussetzung dafür, dass ein Miterbe die Erbteilungsklage bei Gericht einreichen kann. Warum ist die Teilungsreife wichtig? Die Teilungsreife des Nachlasses ist nur relevant, wenn der Erblasser [...]

Rechtskauf

Beim Sachkauf werden körperliche Gegenstände, beim Rechtskauf Rechte verkauft. Der Erbschaftskauf kann in der Sache ein bloßer Rechtskauf sein, wenn der Nachlass nur ein Recht an etwas zum Gegenstand hat (z.B. Patentrecht eines Unternehmers) oder eine Sach- oder Rechtsgesamtheit, wenn der Nachlass aus mehreren Gegenständen und Rechten besteht. Beim Erbschaftskauf bleibt der Erbe selbst Erbe, der Erbschaftskäufer tritt lediglich in die vermögensrechtliche Position des Erben als Erbschaftsverkäufer ein. Im Erbrecht gibt es den Erbschaftskauf. Wer eine Erbschaft verkaufen oder kaufen möchte, verkauft oder kauft den Erbanteil an einem Nachlass. Es handelt sich um einen Rechtskauf. Was es damit auf sich hat, ist erklärungsbedürftig. Ohne Juristerei geht es nicht Gegenstand eines Kaufvertrages können Sachen oder Rechte sein. Juristen sprechen dann vom Sachkauf und Rechtskauf. Das Thema Rechtskauf ist sehr juristisch. Wenn Sie Erbe sind und Ihren Anteil am Nachlass frühzeitig und schnellstmöglich zu Geld machen möchten, sollten Sie wissen, auf welchen Grundlagen [...]

Erbengemeinschaft München

Der Tod eines geliebten Menschen ist ebenso bedauerlich wie unvermeidbar. Doch kaum ist die Trauer gelindert, muss das Erbe des Verstorbenen verwaltet werden. Nicht immer ist dabei dank eines Testaments oder aufgrund der gesetzlichen Erbfolge eindeutig geklärt, welche Personen den Nachlass antreten. Erben mehrere Personen zusammen, so kommt es zur Bildung einer Erbengemeinschaft. Gerade in größeren Ballungszentren wie München kann dies zu besonderen Möglichkeiten für die Erbengemeinschaft führen. Lesen Sie im Folgenden mehr! Die Erbengemeinschaft – was ist das eigentlich? Weite Teile des in Deutschland geltenden Zivilrechts waren in ähnlicher Form bereits in den antiken Kulturen bekannt. So etwa im mächtigen Rom, das schon einige der uns heute bekannten Paragrafen verwendete. Aber auch aus anderen Kulturkreisen wurden derartige Regelungen übernommen. So wie etwa aus dem ehemaligen Germanien, das als Vorreiter für das moderne Erbrecht gilt. Die hier zu besprechende Erben- oder Miterbengemeinschaft war einigen früheren Völkern also bereits vor mehr als 2.000 Jahren [...]

Erbauseinandersetzungsklage

Erbauseinandersetzungsklagen sind mit vielerlei Risiken behaftet. Sie setzen die Teilungsreife des Nachlasses voraus und scheitern meist genau aus diesem Grund. Vor der Klageeinreichung ist der Nachlass auseinanderzusetzen. Grundstücke unterliegen der Teilungsversteigerung. Bewegliche Gegenstände sind durch Pfandverkauf zu verwerten. Soweit der Erblasser Teilungsanordnungen verfügt oder die Nachlassteilung für einen bestimmten Zeitraum ausgeschlossen oder von einer Bedingung abhängig gemacht hat oder noch nicht alle Erben feststehen, ist die Erbauseinandersetzungsklage unzulässig. Mit der Erbauseinandersetzungsklage ist der Miterbe, der die Auseinandersetzung verweigert, auf Zustimmung zu verklagen. Statt der Klage sollte auch ein Vermittlungsgespräch durch einen Notar oder der Verkauf des Erbanteils in Betracht gezogen werden. Vorab: Erbauseinandersetzungsklage ist kein gängiger Rechtsweg Eine Erbauseinandersetzungsklage ist für die Miterben einer Erbengemeinschaft der letzte Ausweg, den Nachlass auseinanderzusetzen. Sie verspricht mehr, als ihr Name halten kann. Für Anwälte ist sie ein Schreckgespenst. Ihre Erfolgsaussichten vor Gericht sind grundsätzlich als gering einzuschätzen. Jedem Erben, der sich in einer Erbengemeinschaft [...]

Erbengemeinschaft als Vermieter

Erbengemeinschaft wird automatisch Vermieter Stirbt eine Person und hat sie mehrere Personen als Erbe eingesetzt, so bilden diese eine Erbengemeinschaft und übernehmen als Folge der sog. Universalsukzession nach § 1922 BGB sämtliche Vermögensgegenstände und auch Verträge „zur gesamten Hand“. Das bedeutet insbesondere, dass die Erbengemeinschaft als Gesamthandsgemeinschaft das Vermögen übernimmt und insbesondere nicht jeder Miterbe einzeln über Nachlassgegenstände und übernommene Verträge bestimmen kann. Zur Regelung dieser gemeinsamen Zeit hat der Gesetzgeber allerdings Vorschriften aufgestellt, wie der Nachlass zu verwalten ist. Laufende Angelegenheiten zwischen Mieter und Erbengemeinschaft als neuem Vermieter Hinterlässt der Erblasser allerdings eine vermietete Wohnung, so kommen hier einige Besonderheiten zu tragen. Zunächst einmal gilt auch hier ganz normal die bereits angesprochene Universalsukzession, d.h. die Erbengemeinschaft übernimmt das bestehende Mietverhältnis. Für den Mieter hat dies zur Folge, dass er nun statt einer Person als Vertragspartner die Mehrheit an Erben sein Vermieter ist. Dies hat an allerersten [...]

Ausgleichsanspruch für besondere Leistungen

Ausgleichsanspruch vs. Ausgleichungspflicht Ein Ausgleichsanspruch steht einem Abkömmling des Erblassers immer dann zu, wenn er durch besondere Leistungen dazu beigetragen hat, das Vermögen des Erblassers zu erhalten oder zu vermehren, ohne dafür ein (angemessenes) Entgelt bekommen zu haben, § 2057a BGB. Dem Willen des Gesetzgebers nach sollen diese Leistungen im Rahmen der Auseinandersetzung zwischen gesetzlichen Erben Berücksichtigung finden. Der Ausgleichsanspruch ist insbesondere abzugrenzen von der sog. Ausgleichungspflicht. Bei jener geht es darum, dass ein Abkömmling zu Lebzeiten Zuwendungen vom Erblasser erhält, die auf sein gesetzliches Erbrecht angerechnet werden sollen. Regelmäßig handelt es sich hierbei um eine Ausstattung oder Zuschüsse, die als Einkünfte dienen sollen.  Hier geht der Gesetzgeber davon aus, dass im Fall der gesetzlichen Erbfolge alle Abkömmlinge gleich behandelt werden sollen, unabhängig davon ob die Zuwendung im Wege der Erbfolge oder noch zu Lebzeiten erfolgt ist. Entsprechend muss der Empfänger sich diese Empfänge auf seinen Auseinandersetzungsanspruch anrechnen lassen, mithin also genau das [...]

Ausgleichungspflicht für Vorempfänge

Was versteht man unter der Ausgleichungspflicht? Bei Vorempfängen handelt es sich um Zuwendungen des Erblassers an einen Abkömmling gleichen Grades, d.h. direkten Nachkommen ( Tochter, Sohn, Enkel, ...), die dieser noch zu Lebzeiten vorgenommen hat und die vom Umfang her so erheblich sind, dass sie eine Gleichbehandlung der Abkömmlinge im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge untereinander vereiteln würden. Hier bestimmt das Gesetz in den §§ 2050ff BGB, dass diese unter bestimmten Umständen im Rahmen der Erbauseinandersetzung zu berücksichtigen sind. Beispiele: die heiratende Tochter bekommt ein Haus; dem Sohn wird die elterliche Firma übertragen; der Erblasser finanziert der Tochter nicht nur ihr Studium sondern auch noch die anschließende Promotion; der Sohn bekommt einen höheren Geldbetrag zum Start in die Selbständigkeit. Warum gibt es diese Regelung? Im Grundsatz sei zunächst einmal festgestellt, dass der Erblasser mit seinem Vermögen machen kann was er will. Entsprechend kann er es auch an wen er will vererben. Eine nicht unerhebliche [...]

  • Aktuelle Rechtsprechung zur Erbengemeinschaft
    Rechtsprechung und Urteile zur Erbengemeinschaft Das Erbrecht im Allgemeinen und die Erbengemeinschaft im Besonderen sind laufend von der aktuellen Entwicklung der Rechtsprechung betroffen: Pflichten der Miterben, Rechte im Rahmen der Verwaltung des gemeinsamen Nachlasses, Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und zum Erbteilsverkauf... Zu all diesen Themen lesen Sie hier regelmäßig ein Update [... mehr lesen]
  • Erbengemeinschaft auflösen
    Die Die Erbengemeinschaft stellt eine Zwangsgemeinschaft dar, die explizit auf Auflösung gerichtet ist. Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: 1) Die Miterben schließen eine Auseinandersetzungsvereinbarung in der die Verteilung des Nachlasses geregelt wird; 2) Alle Erbanteile werden auf einen der Miterben oder einen Dritten vereinigt, in der Regel durch einen Verkauf der [... mehr lesen]
  • Infografiken zur Erbengemeinschaft
    Rechtliche Aspekte sind kompliziert, Erbrecht ganz besonders. Über meine Infografiken haben Sie die Möglichkeit sich dem Thema Erbrecht und Erbengemeinschaft einfach zu nähern. Was ist eine Erbengemeinschaft? Wie komme ich da rein, wie komme ich da raus? Was kann ich mit meinem Erbteil machen? All diese Fragen beantworte ich [... mehr lesen]
  • Praxistips für Erben
    Mit dem Tod des Erblassers kommt auf den Alleinerben oder die Erbengemeinschaft eine ganz neue Aufgabe zu. Neben den ersten Schritten, wie beispielsweise der Organisation der Bestattung und der Benachrichtigung diverser Ämter, Firmen und Personen, kommen schnell Fragen rund um die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses auf. Welche Handlungen muss der Erbe vornehmen? Welche darf er überhaupt [... mehr lesen]
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